Unsere Angloaraber

 

 

Auf dem Langenbergerhof werden Angloaraber auf Reinblutbasis gezüchtet. Wir setzen ausschließlich englisches und arabisches Vollblut sowie die Kreuzungsprodukte daraus ein. Unsere Pferde sind im Zuchtbuch des Österreichischen Araberzuchtverbandes (ÖAZV) eingetragen und entsprechen den strengen Rasse- und Leistungskriterien des ÖAZV. In Österreich wird der Angloaraber mit diesem Brandzeichen gekennzeichnet. Die Rassemerkmale werden durch das Zuchtbuch genau definiert: Als Anglo Araber wird ein Pferd bezeichnet, das auf unterschiedlicher Ausgangsbasis Blutanteile arabischer Pferde und des englichen Vollblutes besitzt. Das Zuchtziel ist ein elegantes, großliniges, leistungsfähiges Sport- & Freizeitpferd, mit einem harmonischen Körperbau und den positiven Eigenschaften des Araberblutes und des englischen Vollblutes, wie Nerv, Härte, Ausdauer, Mut und einem angenehmen Charakter. Darüber hinaus soll der Anglo Araber über Gesundheit, Fruchtbarkeit und Leistungsbereitschaft verfügen. Es wird eine Größe von 155 cm bis 165 cm Widerrist und ein Röhrbeinumfang nicht unter 19 cm angestrebt.

 

In Österreich ist die Population der Angloaraber stark zurückgegangen - leider. Der Angloaraber ist ein wunderbar vielseitig einsetzbares Pferd, mit einem unerschütterlichen, sanften Wesen, großem kämpferischen Herz, leistungsbereit bis zum letzten. Der Angloaraber ist ein Pferd, das geistig und körperlich beschäftigt sein will, ob als Freizeitsportler oder als Wettkampfpartner. Langlebig und von unerschütterlicher Gesundheit, macht er seinem Menschen täglich Freude. ausgestattet mit hoher Intelligenz, will er wie alle Blüter in allen Dingen ein Wörtchen mitreden. Wer sich darauf einlassen kann und sich einen Partner wünscht, der mit durch dick und dünn geht und jede Aufgabe mit Enthusiasmus meistert, ist beim Angloaraber an der richtigen Adresse. Ein paar Zeilen zur Enstehungsgeschichte dieser wunderbaren Pferderasse:

 

 

Das angloarabische Vollblut

Wussten Sie, dass das Stutbucht der Angloaraber das drittälteste weltweit ist? Der Angloaraber gilt neben dem arabischen und dem englischen Vollblut als dritte Vollblutrasse und ist eine Kreuzung aus englischem und arabischem Vollblut. Grundregel ist, dass keiner der Blutanteile 25% unterschreiten oder 75% überschreiten darf. 

 

Der Angloaraber kann untereinander oder mit reinrassigen verpaart werden, solange die 25/75 % Regel eingehalten wird. In den einzelnen Stutbüchern wurde auch immer wieder in Sektionen getrennt: man unterscheidet dann reinrassige Angloaraber und solche mit Fremdblutanteilen (so ist in Österreich der Einsatz von Shagyablut bei der Angloaraberzucht dem arabischen Blut gleichgesetzt). Wir züchten am Langenberger Hof ausschließlich auf Basis von reinem englischen Vollblut und reinem arabischen Vollblut, ohne Fremdblutanteile.

 

Der Angloaraber in Frankreich

Der Angloaraber wird weltweit gezüchtet. Seinen historischen Ursprung nahm er in Frankreich. Bereits im 18. Jh experimentierten französische Adelige mit Kreuzungen von englischen Vollblutstuten und arabischen oder türkischen Hengsten. Mit mehr System wurde die Zucht im 19. Jahrhundert im französischen Nationalgestüt Pompadour betrieben. Als Napoleon aus Ägypten mit arabischen Pferden heimkehrte, gab er die Zucht von Angloarabern für die französische Kavallerie in Auftrag. Der Angloaraber, wie ihn Frankreich heute kennt, nahm seinen Ursprung auf dem Gestüt Le Pin. Dort paarte M. de Bonneval den arabischen Hengst Massoud mit den beiden englischen Vollblutstuten Selim Mare und Deer an. Er versuchte auch den umgekehrten Weg und deckte die arabische Stute Nichab mit Vollbluthengsten, was aber weniger zufriedenstellende Produkte brachte.  Im Jahr 1833 wurde das französische angloarabische Stutbuch begründet. 

 

1849 schreibt Gayot über den Angloaraber in seinem Buch La France Chevaline: " Die Angloaraber sind eine vorzüglicher Erscheinung. Mit längerem Körper, tieferer, breiterer Brust und langbeiniger als der Araber, weniger flach strukturiert und langgliedrig mit höherem Schweifansatz als der englische Vollblüter".

Die Rasse gewann an Beliebtheit und konnte sich als Reitpferd und Rennpferd etablieren, auch wurde sie später in der Veredelungszucht genutzt. 1890 fand der Angloaraber gemeinsam mit dem arabischen und dem englischen Vollblut als eigene Abteilung Eingang in das Französische Stutbuch.

 


Charakteristik des Angloarabers

Der Angloaraber war das Kavalleriepferd schlechthin. Gewandt, intelligent, stark, ausdauernd, spunggewaltig und schnell. Nach dem ersten Weltkrieg, als Kavalleriepferde aus der Mode kamen, brillierten die Angloaraber in vielen sportlichen Events (Linon, Harpagon, Aiglonne, Ali Baba, Morgat AC, Artemor) und wurden auch vermehrt zur Veredelung in den Landespferdezuchten eingesetzt. Mit den Vererberlegenden Matscho, Inschallah und Ramzes um die wichtigsten zu nennen haben sie Eingang in die Reitpferdezuchten gefunden. 

Der Angloaraber in Östereich Ungarn und Polen


In der Monarchie entstand ebenfalls eine angloarabische Rasse - der Gidran (ungarischer Angloaraber). Stammbegründer des Gidran war ein aus Ägypten importierter Fuchshengst mit dem Namen Siglavy Gidran. Ihm verdankt der Gidran seine typische Fuchsfarbe. Zur Verbesserung körperlicher Mängel züchtete man englische Vollblüter ein und später auch arabisches und Kisberiblut. Auch der Gidran, der später in zwei Ausprägungen weitergezüchtet und verkreuzt wurde (eine leichtere und eine kräftigere für den Wagen) war das ideale Kavalleriepferd, wendig, ausdauernd und sehr energievoll. Heute gehört der Gidran zu den vom Aussterben bedrohten Pferderassen.

 

Auch in Polen züchtete man den Malopolski - den polnischen Angloaraber. Es wurden kleine, arbeitswillige Landespferde mit arabischen Vollblütern gekreuzt, im weiteren paarte man diese wiederum an Gidrans, französische Angloaraber, englische Vollblüter oder Shagya Araber. Daraus entwickelte sich eine stabile angloarabisch geprägte Zucht. Drei Typen konnte man unterscheiden, den Lubliner-Kielcer Typ (hoher Anteil an Shagya Araber Blut), den Saczer-Tarnowsker Typ (hoher Anteil an ungarischen Halbblütern) und den Dabrower-Tarnowsker Typ (hoher Anteil an französischem Angloaraber). Diese Typen vermischten sich letzendlich zum Malopolski, wie es auch heute noch in Polen gezogen wird. Auch hier haben wir ein Pferd von hoher Intelligenz, schnell, ausdauernd, wendig und mit sehr guter Springbegabung.